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Wambolt

Die Ahnenprobe für Philipp Hugo Wambolt von Umstadt, 1772.

Eine Ahnenprobe erwies im alten Europa die adlige Herkunft einer Person. Sie wurde unter Eid und z.T. in der Öffentlichkeit, etwa bei Turnieren, abgelegt. Für die Aufnahme in ritterschaftliche Korporationen, insbesondere in die geistlichen Stifter, wurde sie als Qualifikationsnachweis von den Probanden verlangt. Die Ahnenprobe für Philipp Hugo Wambolt von Umstadt wurde vom Hauptmann der Oberrheinischen Reichsritterschaft, ihren Räten und ihrem Ausschuß in Mainz am 9. April 1772 beglaubigt. Sie bestätigt die Urgroßeltern des Probanden und ihre Wappen als „alt-adelich-ritterbürtig“ und „stiftsmäßig“. Philipp Hugo konnte mit dieser Ahnenprobe in alle entsprechenden Stiftskapitel aufgenommen werden. Allerdings heiratete er 1790 Bernhardine Gräfin von Stadion-Warthausen u. Tannhausen und wurde mit ihr zum Stammvater aller heute noch lebenden Mitglieder der Familie. Seine Eltern sind in Bensheim begraben worden, sodaß diese Tafel einen besonderen Bezug zum Standort des Instituts aufweist.

Die Kinder des Probanden waren: Carl Friedrich Erwein (1792-1837), Charlotte Sophie (* Mainz 27. 8. 1793, + Darmstadt 15. 3. 1870, begraben Köfering 21. 3., verheiratet I. mit Friedrich Carl Rudolph GRAF WALDBOTT ZU BASSENHEIM und II. München St. Matt. 22. 2. 1833 Friedrich Christian Berthold VON BRANDENSTEIN), Maria Anna (1796-1852, verheiratet mit Johann Jakob GRAF UND EDLER HERR VON UND ZU ELTZ, GEN. FAUST VON STROMBERG), Sophie (* 19. 9./11. 1797, + München 14. 10. 1877, verheiratet 23. 3. 1854 mit Carl Joseph FREIHERR VON KLEINSCHROD, Kgl. Bayer. Präsident des Oberappellationsgerichts).

 

Der Proband:
FREIHERR WAMBOLT VON UMSTADT, Philipp Hugo Johann Nepomuk Franz de Paula Michael, * Mainz, St. Emmeran, 29. 9. 1762, + Aschaffenburg 16. 8. 1846, Majoratsherr auf Birkenau und Umstadt, Oberst-Silberkämmerer zunächst des Fürstprimas, dann Kgl. Bayer. Oberst-Silberkämmerer; verheiratet Niederwalluf 16. 9. 1790 mit Bernhardine Magdalene Rosine GRÄFIN VON STADION-WARTHAUSEN U. TANNHAUSEN, * Mainz 6. 7. 1764, + Aschaffenburg 31. 5. 1835, Tochter des Hugo Joseph Philipp Gf. v.St.-W.u.T., Kurmainz. Wirkl. Geheimer Rat, und der Maria Anna Theresia SCHENK FREIIN VON STAUFFENBERG.

Die Eltern:
FREIHERR WAMBOLT VON UMSTADT, Philipp Franz, * Ehrenbreitstein 27. 7. 1732, + Heidelberg 25. 5. 1806, begr. Bensheim, Herr auf Birkenau, Grundherr zu Umstadt, Bensheim, K.K. Kämmerer und Geheimer Rat, Kurmainz. Kämmerer und Geheimer Rat, Oberamtmann zu Miltenberg; verheiratet Würzburg 3. 9. 1755 mit
FREIIN VON HUTTEN ZU STOLZENBERG, Marie Charlotte Magdalena Clara, * Karlstadt am Main 28. 3. 1739, + Heidelberg 10. 4. 1803, begraben Bensheim 13. 9.

 

Die Großeltern:
FREIHERR WAMBOLT VON UMSTADT, Franz Philipp Caspar, + Mainz 13. 6. 1748, begraben Bensheim 15. 6. Herr auf Birkenau, Grundherr zu Umstadt, Weinheim, Bensheim, Kurmainz. Oberamtmann (des Amtes Bergstraße) auf der Starkenburg. Das Allianz-Wappen Wambolt-Kesselstadt über dem Eingang zum Wambolter Hof in Bensheim trägt die Jahreszahl 1743. Er war verheiratet 9. 2. 1719 mit
FREIIN VON KESSELSTATT, Maria Charlotte, * 11. 9. 1693, + Mainz 3. 3. 1754, begraben Bensheim 5. 3. 1754.

FREIHERR VON HUTTEN ZU STOLZENBERG, Philipp Wilhelm, get. Steinbach 11. 12. 1701, + Würzburg 25. 1. 1757, begr. Steinbach, Domherr zu Hildesheim und Speyer, resigniert, Herr auf Steinbach und Wiesenfeld; Fürstbfl. Würzbg. Geheimer Rat u. Hofmarschall, Ober-Amtmann zu Karlstadt und Veitshöchheim; verheiratet Bamberg 25. 10. 1729 mit
VON ROTENHAN, Maria Carolina Dorothea, * 1712, jüngstes von zehn Geschwistern.

Die Urgroßeltern:
FRHR. WAMBOLT V. UMSTADT, Friedrich Heinrich, * Groß-Umstadt 18. 7. 1628, + Bensheim 14. 12. 1688, ev., wird wieder kath., Kurmainz. Rat u. OAmtmann zu Dieburg; Reichsfreiherrnstand: Regensburg, 3. 5. 1664; verheiratet in zweiter Ehe 24. 4. 1678
FREIIN V. HOHENECK, Eva Maria, * Aschaffenburg 22. 5. 1655, + nach 1696.

 

FREIHERR VON KESSELSTATT, Casimir Friedrich, * 1664, + Koblenz 17. 3. 1729, Domherr zu Mainz, resigniert 1687, Kurtrier. Geheimer Rat, Oberstallmeister, Erbkämmerer des Kfst. Trier, K.K. Kämmerer des Kaisers Karls VI., Reichshofrat, Erzbfl. Ober-Vogt im Cröver Reich, Amtmann zu Wittlich und Wernerseck, Herr auf Föhren und Arenrath; Reichsfreiherr u. Wappenvereinigung mit den von Orsbeck: 7. 4. 1718 nach dem Tod des Erzbischofs von Trier Johann Hugo von Orsbeck; verheiratet 27. 11. 1690 mit
FREIIN VON METTERNICH-WINNEBURG, Anna Clara, * 1662, + 1719, Erbin der Güter Dodenburg und Bruch, Tochter des Wolff Heinrich Frhr.v.M.-B. und der Anna Margarethe FREIIN V. SCHÖNBORN.

FREIHERR VON HUTTEN ZU STOLZENBERG, Franz Ludwig, * Schloß Mainberg 24. 8. 1669, + Gerolzhofen 28. 8. 1728 (Grabstein Steinbach), Domherr zu Würzburg, Stiftsherr zu St. Burkhard u. Comburg, resigniert; Fürstbfl. Würzburg. Ober-Amtmann zu Homburg und Gerolzhofen, Geheimer Rat, Hofmarschall; ließ 1720-28 das Schloß Steinbach erbauen; verheiratet 14. 12. 1700 mit
VON BICKEN, Johanna Juliana, * 1682, + Steinbach 21. 7. 1755, Tochter des Philipp Caspar Frhr.v.B. und der Magdalena FREIIN V. WALDERDORFF.

VON ROTENHAN, Joachim Ignaz, * 1662, + 19. 5. 1736, Herr auf Merzbach, Fürstbfl. Bamberg. Land- und Lehenrichter, Ober-Amtmann zu Zeil, Ritterrat des Kantons Baunach der Reichsritterschaft; (er verheiratet I. Maria Elisabeth von Wernau, + 1702), verheiratet II. 22. 11. 1703 mit
TRUCHSEß VON WETZHAUSEN, Maria Amalia, * 18. 10. 1682, Tochter des Hans Eitel T.v.W. und der Dorothea Magdalena VON FRANCKENSTEIN.

 

Quellen- und Literaturhinweise: Institut für Personengeschichte, Bensheim. Kirchenarchiv St. Georg Bensheim. FRIEDRICH VON KLOCKE, Westdeutsche Ahnenproben feierlichster Form im 16., 17. und 18. Jahrhundert, Münster i.W., Selbstverlag von Klocke, 1940. THEODOR NIEDERQUELL, Zur Auflösung heraldischer Ahnenproben, in: Genealogie, Bd. 12, 1963, 306-311. Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser A, Bd. IV, Limburg a.d.Lahn: C. A. Starke Verlag, 1962. EMANUEL GRAF VON WALDERDORFF & LUPOLD VON LEHSTEN: Die Frauen der Walderdorff im Hauptstamm. Ihre Familien und ihre Ahnen, Molsberg 1999, S. 55-63 (Kesselstadt) u.ö.